Säuregehalt, Tannine und Aroma – Weinverkostung für Einsteiger

25. Februar 2022 – Fruchtig, süß oder trocken, hoher oder niedriger Säure- und Tanningehalt – wer sich noch nie näher mit Wein befasst hat, dem fällt die Auswahl im Weingeschäft sicher schwer. Die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Wein werden hier näher erläutert. Zudem erfahren Sie, worauf es bei einer Weinverkostung ankommt.

Fruchtig oder trocken?

Für Einsteiger sind fruchtbetonte Weine oft die beste Entscheidung, da diese weder zu süß noch zu trocken sind. Typische Angaben zum Geschmack (z. B. Waldbeere, Kirsche oder Erdbeere) finden Sie auf dem Etikett fast jeder Weinflasche. Diese Früchte sind dabei aber keineswegs im Wein enthalten. Vielmehr sollen sie nur einen Hinweis darauf geben, wie der Wein von den Geschmacksnerven der Zunge wahrgenommen wird. Fruchtbetonte Weine sind wegen ihrer Aromen besonders bei Einsteigern beliebt. Zum Beispiel eignen sich weiße oder rote Kopp Weine mit leckeren Beerenaromen ideal für alle, die den Weingenuss gerade erst für sich entdeckt haben. Auch fruchtige Roséweine sind ideal für Anfänger.

Tannine – Gerbstoffe für einen kräftigen Geschmack

Egal ob deutsche, italienische oder südafrikanische Weine – die meisten Einsteiger beginnen erst einmal mit einem Weiß- oder Roséwein. Denn Rotweine sind im Vergleich deutlich kräftiger im Geschmack; das gilt umso mehr, wenn sie sehr lange in einem Holzfass gelagert wurden.

Obwohl es auch sehr fruchtige süße Rotweine gibt, ist die Vielzahl der Sorten eher trocken oder halbtrocken. Die Gerbstoffe, auch Tannine genannt, machen hier die typische Weinstruktur aus. Der herbe Geschmack ist allerdings gerade für Anfänger gewöhnungsbedürftig, wird aber von Weinkennern sehr geschätzt.

Ausgewogener Säuregehalt

Ein Wein mit einem ausgewogenen Säuregehalt ist keineswegs sauer, sondern nur dann kommen die Aromen darin optimal zur Geltung. Weinanfänger sollten hier eher zu einer Sorte mit einer feinen beziehungsweise milden Säure greifen, da diese im Geschmack sehr harmonisch sind.

Unterschiede in der Weinverkostung kennenlernen

Um die Feinheiten von Weinen besser unterscheiden zu können, lohnt sich eine professionelle Weinverkostung für Einsteiger. Ein erfahrener Weinkenner präsentiert hier verschiedenste Weinsorten und Weinregionen, zudem klärt er über die kleinen, aber oft entscheidenden Unterschiede auf. Probiert werden darf dabei natürlich auch, um die Vielfalt der Aromen selbst einschätzen zu lernen.

Optische Unterschiede

Ob hell oder sehr dunkel, klar oder eher trüb – als Erstes steht bei der Weinverkostung eine Sichtprobe auf dem Plan. Dazu werden die Weingläser nur etwa zwei Zentimeter hoch befüllt, der Wein wird dazu leicht im Glas geschwenkt. Wenn das Glas dabei leicht schräg gehalten wird, lassen sich Farbe und auch die Klarheit der Sorte optimal erkennen und beurteilen. Weine, die sehr klar erscheinen, haben in der Regel eine höhere Qualität und einen besseren Geschmack als trübe Weine.

Einsteiger lernen bei der Verkostung, wie ein guter Wein optisch aussehen sollte und welche unterschiedlichen Farbtöne es gibt. Auch in welcher Art der Wein beim Schwenken am Glas haften bleibt, sagt etwas über dessen Eigenschaften aus. Ein sehr gehaltvoller Wein bleibt dabei zum Beispiel länger am Glas haften.

Auch der Geruchssinn hilft bei der Unterscheidung

Bei einer Weinverkostung wird der Wein auch über die Nase wahrgenommen. Echte Weinkenner riechen immer am Glas, bevor der erste Schluck probiert wird. Bei einer Weinverkostung wird also auch der Geruchssinn zur Analyse der verschiedenen Weinsorten eingesetzt. Dieser kann dabei eher zart oder auch sehr kräftig ausfallen sowie nach Blumen, Gewürzen oder bestimmten Früchten riechen.

Nur probieren oder auch trinken?

Ob ein Wein beerig, fruchtig oder gehaltvoll schmeckt, lässt sich für die Zunge mit einiger Übung leicht erkennen. Verschiedene Weinsorten sollten bei einer Verkostung aber natürlich nicht alle durcheinander getrunken, sondern lediglich probiert werden. Schon wenige kleine Schlucke reichen aus, um alle Aromen sowie den Säure- und Tanningehalt wahrzunehmen. In der Regel wird der Wein dann auch wieder ausgespuckt. Der nachträgliche Geschmack im Mund, auch Abgang genannt, gibt ebenfalls einen Hinweis zur Qualität des Weines. Bei guten Weinen wird ein angenehmer Geschmack besonders lange im Mund wahrgenommen. Nach der Weinverkostung darf natürlich noch das ein oder andere Glas Wein der Lieblingssorte getrunken werden. Oftmals stehen diese auch für den direkten Verkauf bereit.

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