Tafeln wie ein echter Ritter

Tafelrunde Hornblasen15. Juni 2014 – „Nimm guten Mut`s dies Gastmahl ein, so wird voll Lob’s dein Reden sein.” Knechte und Mägde in langen Gewändern heißen die „Mannsbilder” und „Weibsbilder” mit diesem zünftigen Spruch willkommen. Während Minnesänger und Feuerspucker mit ihren Darbietungen für die passende Unterhaltung sorgen – so wie es im Mittelalter nun mal üblich gewesen ist.

Essen mit den Fingern

Im urigen Gewölbe-Kaminraum oder dem rustikalen Turm-Eckzimmer des Berliner Gasthauses „Tafelrunde” begibt sich der Gast auf eine imposante Reise zurück in die Vergangenheit. Alles ist in diesem unvergleichlichen Restaurant bis ins letzte Detail angelehnt an frühere Zeiten: die steinernen Wände, die massiven Holztische und die schweren Bauernstühle. Selbst das Essgebaren ist zu 100 Prozent mittelalterlich: Als Besteck dienen nicht etwa Messer und Gabel, sondern die eigenen zehn Finger sowie ein Dolch, mit dem man das Fleisch aufspießt. Auch bei der Suppe wird keine Ausnahme gemacht. „Was man trotz heftigsten Schlürfens nicht aus der Suppenschüssel erwischt, fischt man mit den Fingern oder einem Stück Brot heraus”, erklärt Geschäftsführer Uwe Schild. Getrunken wird, das versteht sich von selbst, natürlich nicht aus herkömmlichen Gläsern. Wein oder Wasser werden ausschließlich inTafelrunde Ritter rustikalen Tongefäßen oder aus dem Kuhhorn gereicht.

Schmackhaft und opulent

Dem Mittelalter entsprechend fallen die schmackhaften Menüs opulent aus. „Jeder isst, so viel er verträgt. Soll uns keiner nachsagen, ein Gast sei hungrig von der Tafelrunde aufgestanden”, so Uwe Schild. „Es ist ein Erlebnis, unverfälscht kräftig und deftig, wie die Zeit damals selbst. Es wird getafelt, üppig – mit 6 Gängen – und drei geschlagene Stunden lang.” Getreu dem Restaurant-Motto: Bringt Zeit mit, denn alle Eile ist des Teufels! Die Speisekarte des Berliner Gasthauses lässt die Herzen der Mittelalter-Fans höher schlagen: Wer sich beispielsweise für das so genannte „Fassweingelage” entscheidet, der bekommt mittelalterliche Spezialitäten wie einen Metttrunk im Kuhhorn als „Aperitif”, gefolgt von einem Würzbrotlaib mit Griebenschmalz, einem Süppchen, Brathähnchen mit Burgunder-Tafelrunde ProstChampignonsoße, Knollenpüree und einer süßen Schlemmerei. Besonders beliebt sind auch die Menüs mit knuspriger Haxe mit Schwarzbiersauce, Sauerkohl und Semmelnknödeln als Hauptspeise, das Landspanferkel mit Welfenkraut und Semmelnknödeln sowie die Bauernente gefüllt mit Kräutern und Orangen, dazu Blaukraut und Semmelnknödeln.

Wer das geschafft hat, kann gar noch einen Schritt weiter gehen und sich zum Ritter schlagen lassen. Voraussetzung: ein Crashkurs im Hornblasen mit anschließender „praktischer Prüfung” vor den anderen Gästen des Lokals – ein inzwischen schon traditionelles Spektakel in der Tafelrunde.

Mehr dazu unter www.tafelrunde-berlin.de

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