Vom Rauschmittel zum Leckerbissen: Die neue Lust auf Hanf!

14. Juni 2014 ÔÇô Lange haftete Hanf ein schlechter Ruf an. Das gr├╝ne Gew├Ąchs wurde gar als Rauschmittel verschrien und deswegen jahrelang verboten, bis es in Vergessenheit geriet. Doch das ist Schnee von gestern. Immer mehr Menschen haben jetzt die Lust auf Hanf neu f├╝r sich entdeckt, nicht zuletzt wegen seines ├╝berraschend guten Geschmacks.

Das Aroma ist nussig-w├╝rzig und ├Ąu├čerst intensiv. ÔÇ×Es variiert allerdings je nach Sorte, Menge und Zubereitungsart“, erkl├Ąrt der Koch Thorsten Solich. Von Nussmus, dem trendigen Brotaufstrich aus Hanfsamen, bekommen jedenfalls viele nicht mehr genug. Beim Hanf-Bier, gebraut mit dem Harz der Pflanze, ist es ├Ąhnlich. Auch Hanf-├ľl zum Backen und Garnieren von Salaten ist derzeit ein regelrechter Verkaufsschlager, ebenso wie die ├Ątherischen ├ľle, die aus dem ber├╝hmt-ber├╝chtigten Gew├Ąchs gewonnen werden k├Ânnen. Geheimtipp: Chips oder M├╝sli mit Hanf-Note. Als ÔÇ×delizi├Âs“ bezeichnen Gourmets die feine Note, die Hanf raffinierten Gerichten wie etwa hanfgef├╝llter H├Ąhnchenbrust mit Rosinenreis und Curryso├če oder der Hanf-Fl├Ądle-Suppe verleiht. Und auch Naschkatzen bietet die Zubereitung von S├╝├čspeisen mit Hanf ein unvergessliches Gaumenerlebnis: Das Hanf-Krokant-Parfait mit beschwipster Birne hat Suchtpotenzial! Kuchen, Schokolade und Pralinen werden immer ├Âfter mit Hanf verfeinert.

Dabei ist Hanf nicht nur lecker, sondern auch gesund: Kaum ein anderes vergleichbares Lebensmittel ist so reich an mehrfach unges├Ąttigten Fetts├Ąuren, N├Ąhrstoffen und Vitaminen, dabei glutenfrei und in aller Regel vollkommen ohne Pflanzenschutzmittel kultiviert. Denn Hanf w├Ąchst so gigantisch schnell, dass Unkraut jedes Wettrennen gegen die Pflanze verliert, Pestizide somit schlichtweg ├╝berfl├╝ssig sind. Ernten von vier Tonnen pro Hektar und Jahr in Bio-Qualit├Ąt sind daher v├Âllig normal.

Auf den Punkt gebracht: Hanf macht regelrecht abh├Ąngig. Wer ihn einmal probiert hat und mag, kommt schwer wieder von ihm los. Berauschend oder gar illegal ist das alles aber dennoch nicht. Hanf zu kaufen, selbst anzubauen und zu konsumieren, ist in Deutschland v├Âllig in Ordnung. Kein Polizeibeamter und kein Richter hat etwas dagegen ÔÇô wenn es Sorten mit einem so genannten THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent sind, es sich also um Nutzhanf ohne sp├╝rbare psychoaktive Wirkung handelt. Dann steht einem durchaus berauschenden Erlebnis ohne Rausch nichts im Wege. Und das Angebot ist mannigfaltig. Etliche Biol├Ąden und Online-Shops bieten entsprechende Produkte an. Die Buchhandlungen sind voll von B├╝chern mit geeigneten Rezepten.

Cannabis, Marihuana…

Was viele nicht wissen: Die Hanfsamen in den Rezepten d├╝rfen sogar von ÔÇ×normalem“ Hanf stammen, von Sorten also, aus denen illegal Marihuana und Haschisch hergestellt werden kann. Denn die Samen als solche sind von Haus aus vollkommen rauschmittelfrei, damit legal und bestens zum Verzehr geeignet. Nur einpflanzen darf sie Otto-Normalverbraucher nat├╝rlich nicht. Die Lizenz dazu bekommt unter strengen Auflagen nur, wer medizinischen Bedarf nachweisen kann, etwa zur Linderung der Symptome von Multipler Sklerose.

Dass sich daran l├Ąngst nicht jeder h├Ąlt, beweist der j├Ąhrliche Drogenreport und ebenso die umfangreiche Liste von B├╝chern zum Anbau von Cannabis und Kochen mit Marihuana. Viele wollen offenbar weder auf das besondere Aroma, noch auf den Rausch verzichten. Das allerdings ist zumindest in Deutschland dann nicht mehr legal und kann statt in der K├╝che auf der n├Ąchsten Polizeiwache oder im Gef├Ąngnis enden.

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