Deftiges 300 Meter unter der Erde

Unter Tage Tische Foto19. Juni 2014 – Keine Fenster, nackte, steinerne Wänden. Es ist 11 Grad kalt. Handyempfang? 300 Meter tief unter dem Sauerland natürlich Fehlanzeige! Blaumann und Schutzhelme sind die Einheitskleidung von Gästen und Personal. Ringsum liegen alte Werkzeuge, mit denen hier einst Geld verdient wurde. Klingt nicht wirklich nach einem Ort kulinarischer Highlights. Und ein romantisches Dinner würde wohl kaum jemand dort vermuten.

Doch genau dieses Kunststück ist Hotelier Josef Nieder gelungen. Sein Gruben-Light-Dinner unter Tage ist ein Geheimtipp in der Region. Mit den richtigen Zutaten hat er im stillgelegten Schieferbergwerk „Christine” ein Restaurant geschaffen, dessen ganz spezielle Atmosphäre einzigartig ist und seinesgleichen sucht. Während die Fahrt mit der alten Grubenbahn durch die Dunkelheit vielen Gästen bestimmt zunächst ein mulmiges Gefühl beschert, ist die zum Speiseraum umfunktionierte Höhle an der Endstation ein visueller Leckerbissen: Das schwarz glänzende Gestein ist perfekt ausgeleuchtet. Moderne Strahler und echte Grubenleuchten – so genannte Frösche – tauchen das Gewölbe in ein ganz besonderes Licht. Kerzen auf den Tischen machen das romantische Flair perfekt. Brutzelgeräusche dringen den Bergleuten auf Zeit ins Ohr, der Duft des deftigen Essens in die Nase. Auf den Augen- folgt gleich der Gaumenschmaus.

Hausgemachter Knochenschinken auf Sauerländer Schiefer

Hausgemachter Knochenschinken auf Sauerländer Schiefer

Abendgarderobe ist hier wirklich nicht angesagt. Und es wird auch nicht von goldenen Tellern gelöffelt, sondern sich aus dem Henkelmann bedient.

Abendgarderobe ist hier wirklich nicht angesagt. Und es wird auch nicht von goldenen Tellern gelöffelt, sondern sich aus dem Henkelmann bedient.

Glück auf!

Stilecht wird die rustikale Hausmannskost im Henkelmann serviert – jenem Kochgeschirr, das vielen Gästen noch aus der Bundeswehr-Feldküche bekannt sein dürfte. Es gibt hausgemachten Knochenschinken auf Sauerländer Schiefer, Haxen mit Sauerkraut und Käse vom Buchenbrett, dazu Willinger Landbier. Musik erklingt. Die Stimmung wird locker. Es geht familiär zu – wie früher bei den Kumpeln hier unten auch. So ist das Bergmannsmenü folgerichtig auch nach deren alten Grußformel, „Glück auf”, benannt. Rund 70 Euro kostet das Alles-Inklusive-Erlebnis pro Kopf, Führung durch die Stollen inbegriffen. Vier Stunden hat es am Ende gedauert, bevor die Gäste wieder das Licht der Welt erblicken. Gesättigt und um einiges an Wissen und Eindrücke reicher.

Mehr dazu unter www.hotel-nieder.de

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