Dass in einem Touristenort alles etwas teurer ist als anderswo, ist keine Neuigkeit. Die Ausmaße, die das aber in Norwegen annimmt, sind sagen wir mal bemerkenswert. Unterkünfte rund um den weltberühmten Geirangerfjord kosten locker das Doppelte bis Dreifache als noch wenige Kilometer vorher üblich. Spontan übernachten mit Blick aufs Wasser? Natürlich, möglich. Aber der Preis selbst der kleinsten privaten Bruchbude sprengt selbst das Budget eines Fünfsternehotel-Urlaubers. Schon Essengehen ist hier purer Luxus und scheint mit Gold aufgewogen zu werden.
Kostenlos ist nicht gratis
Dann ist da noch die Sache mit den „natürlich kostenlosen Aussichtsplattformen“, mit denen gern geworben wird. Ja, sie sind tatsächlich gratis; gelogen ist das nicht. Doch auf dem Weg dorthin wird ordentlich abkassiert. Wer den berühmten Geirangerfjord vom Aussichtspunkt Dalsnibba aus bestaunen will, ist dafür locker eine Dreiviertelstunde mit dem Auto unterwegs, rund 30 davon durch enge Haarnadelkurven bis auf tausend Meter Höhe. Doch von dort ist leider gar nichts zu sehen. Dazu muss man noch die letzten vier, fünf Kilometer bis zur Bergspitze 500 Meter weiter oben in Angriff nehmen. Obligatorische Mautgebühr dafür: rund 30 Euro pro Pkw! Ja, zu Fuß ginge das kostenlos. Aber wer macht das bitte, wenn er mit dem Auto so lange bis dort unterwegs gewesen ist? Die Aussicht ist dann zwar grandios. Nur: Den Fjord selbst sieht man von dort nur ganz klein!
Eine siebenminütige Seilbahnfahrt hoch über den Romsdalsfjord kostet sogar schwindelerregende 50 Euro pro Person. Sogar vor Schotterstraßen mit außergewöhnlicher Aussicht, etwa im Rondane-Gebirge, steht in aller Regel eine Mautstelle – selbstverständlich mit vollautomatischer Kennzeichenerfassung, damit sich auch bloß niemand durchmogelt …
Ebenfalls eine – ähm – Besonderheit in Norwegen und Schweden: Wenn eine Unterkunft mit „Bed & Breakfast“ wirbt, heißt das nicht automatisch, dass es morgens wirklich Frühstück gibt. Es kann durchaus passieren, dass man sich einfach aus dem Kühlschrank bedienen soll. Nur ist der manchmal eben so gut wie leer!
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