Die Unbekümmertheit verlorenen Lebens

2. September 2019 – Das Leben zeigt sich in seiner gesamten existenziellen Tiefe immer dann, wenn es an seine Endlichkeit stößt. Augenblicklich schält es sich heraus aus der profanen Banalität und Künstlichkeit. Es verliert die Unbekümmertheit und gewinnt an Ambivalenz.
Der Zyklus menschlichen Daseins
Rainer Jund beschreibt in seinem Roman

Überleben im Vergessen

30. August 2019 – Dass er dem Ausweichlichen nicht aus dem Weg hat gehen können, daran leidet Martin Beyers Protagonist in „Und ich war da”, Ullstein Verlag, schwer und ausschweifend. Ihm misslingt das Loslassen ebenso, wie ihn das perpetuierende Ressentiment einer sublimen Schuld erdrückt.
Erzählerisch prägnant
August Unterseher ist ein

Zum ersten Mal in meinem Leben sterbe ich

20. August 2019 – Der tiefe Blick in einen schwarzen Abgrund ist das Eröffnungs-Szenario in „Kachelbads Erbe”, soeben erschienen bei Hoffmann und Campe. „Was bleibt von einem Menschen übrig, wenn er dort hineinstürzt?”, lässt Hendrik Otremba seine literarische Figur im Prolog sagen und nur wenige Sätze weiter: „Zum ersten Mal

Die Verstrickungen eines unkalkulierbaren Alltags

16. Juli 2019 – Lebenslinien verlaufen auf den ersten Blick gradlinig und zusammenhanglos. Die Protagonisten aus Cornelia Forndrans Roman „Der rote Cadillac“ interagieren in einem scheinbar unkalkulierbaren Alltag, dessen Konturen sich jedoch rasch herauskristallisieren als zwischenmenschliches Gefüge voller Gespanntheit und emotionaler Verflechtungen.
Literarische Sanftmut
Liebe und Tod, Hoffnung und Resignation,

Ein Weltklassiker neu aufgelegt: im Bann klösterlicher Todeslust

21. April 2019 – Umberto Ecos Beststeller liest sich heute noch genauso wie 1980, als er erstmals erschienen ist. Sein Roman „Der Name der Rose” ist nicht ohne Grund von zeitloser Magie. Er reißt mit, entführt augenblicklich in die düstere undurchdringliche Atmosphäre der abgeschiedenen Abtei hinter den dicken Mauern des

Die Szenerie des Sterbens

1. März 2019 – Was ist das für ein Gefühl, wenn der Tod plötzlich greifbar wird? Wenn er allgegenwärtig ist und um sich greift wie eine gierige Krake? William Kent Krueger entfesselt in „Für eine kurze Zeit waren wir glücklich”, Piper Verlag, genau diese Epidemie, die einen regelrechten Emotions-Marathon auslöst.

Wirkliches Leben im Surrealen

24. Oktober 2018 – Es ist die scheinbar nahtlose Verschmelzung von Realität und Fiktion, die geschmeidige Synthese von Wahrheit und poetischer Freiheit, die dieses feine Buch ausmachen. Wirkliches Leben kippt ins Surreale und wird von einer durchgängig sprachlichen Eleganz getragen, sodass Hagar Peeters’ „Malva”, Wallstein Verlag, rasch zu einem ästhetischen

Unbeschwertheit gleitet ins Unbegreifliche

7. September 2018 – Wenn die Liebe einschlägt wie ein Blitz, um dann augenblicklich zu ersticken unter der Glut des Todes, kippt das Alltägliche schlagartig um ins Melancholische. Die Unbeschwertheit verkehrt sich ins Unbegreifliche – wie bei „All das hier”, Limmat Verlag, von Alexander Kamber.
Aufschwung der Gefühle
Nach nur