Wo lohnt sich ein Restaurant-Besuch? Heute im Test: das Kölner Restaurant „Toki“

Gehobene japanische Essenskunst geht weit über Sushi hinaus. Es umfasst ein breites Spektrum an kleinen, feinen Speisen. Im Kölner „Toki“ werden sie modern interpretiert, ohne dabei auf Tradition zu verzichten. Das Gourmet-Restaurant ist Kaiseki-inspiriert ist. Das bedeutet: Das Team von „Toki“-Geschäftsführerin Kazumi Wickenkamp (Foto) bereitet dezidiert leichte Gerichte zu, wahlweise als kleines, mittleres oder großes Menü. Mit sehr viele Liebe zum Detail kommen sie stilvoll auf den Teller. Die Zutaten werden je nach Saison angepasst. Genießen ohne Hast und Alltagsstress, lautet das Motto. Man sollte sich unbedingt Zeit für das kulinarische Event nehmen. CarpeGusta hat das beherzigt und das sorgfältig komponierte „Küchenchef-Fünf-Gänge-Menü“ aus der Tageskarte getestet.

Japanisches Menü für Feinschmecker

Oshibori

Bevor es mit dem Genuss losgeht, steht im „Toki“ die traditionelle Begrüßungszeremonie auf dem Programm: das obligatorische Oshibori. Mit einem zunächst zusammengerollten feucht-warmen Frotteetuch werden die Hände gepflegt und zugleich entspannt.

Misosuppe

Unmittelbar danach folgte das Entree: eine Misosuppe (r.), nicht wie gewohnt mit Tofu, Wakame (grünen Meeresalgen) und Frühlingszwiebeln angerichtet, sondern als Melange aus Eiern, Scampi und japanischen Pilzen. Ein deliziöser Menü-Einstimmer!

Es folgte ein vorzügliches Vorspeisen-Ensemble mit vier Köstlichkeiten: Das eingelegte Rindfleisch überzeugte mit seiner zarten Konsistenz. Der Oktopus war auf den Punkt gekocht. Die frisch geschnittenen Sashimi-Scheiben kamen mit wunderbarem Schmelz daher und zergingen regelrecht auf der Zunge. Und das Tempura? Einfach herausragend – wir bestellten sofort eine Extraportion dazu! Denn Garnelen und Gemüse hatten die perfekte Textur: fettfrei, knusprig, federleicht. Und die obligatorische Tentsuyu-Soße punktete durch ihr fabelhaftes herzhaft-süßes Aroma. Das ist alles andere als selbstverstänlich; die Spezialität herzustellen, gilt als Königsdiziplin. Wer sein Handwerk nicht beherrscht, ertränkt die Delikatesse schnell in einer viel zu schweren, fettigen Panade. Das „Toki“ indes bewies eindrucksvoll, dass mit Präzision und Sorgfalt gearbeitet wurde.

Sushi-Variationen

Sushi durften in der Menüabfolge natürlich nicht fehlen. Wir wurden mit einer sehr guten Auswahl Maki, Nigiri und Tamago überrascht. Die deliziösen Fisch-Häppchen punkteten in jederlei Hinsicht: frisch, saftig und locker. Unbedingt hervorzuheben ist hier ebenso der Reis, von Chefkoch Hideyuki Takahashi perfekt mit Reisessig gewürzt. Dezente Süße traf da auf angenehme Säure.

Augen- und Gaumenschmaus

Ein wahrer Eyecachter dann der Hauptgang: Der Thunfisch, minimalistisch arrangiert, sorgte für eine wahre Gaumenexplosion. Hübsch drapiert mit Gemüse und Blüten, ähnelte er einem Gemälde, bei dem jedes Detail durchdacht ist. Optik und Geschmack verschmolzen zu einer harmonischen Einheit.

Zum Abschluss zauberte der Küchenchef ein Sorbet mit Früchten, Mochi und Matcha-Schokolade auf den Tisch. Der fruchtig-elegante Schlusspunkt setzte dem Festmahl die Krone auf.

Tipp:

Unbedingt die selbstgemachten Aperitifs (in diesem Fall alkohoholfrei) probieren: Toki-Limonade mit Maracujasaft, Zitrone, Zucker, Ingwer zum Beispiel oder Gin Tonic.

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