Literatur in zarten Pinselstrichen

3. November 2018 – „Es dürfte ein Skandal sein, seine Eltern nicht geliebt zu haben.” Mit dem ersten Satz in „All die glücklichen Familien”, dtv Verlag, deutet sich bereits die Ambiguität dieses empfindsamen Romans an, der einem Fluss ähnlich ungleichmäßig dahinströmt.

Irrwitziges und Melancholisches

Hervé le Tellier entwickelt vielmehr – bildmalerisch gesprochen – einen Ozean: voller Tiefen, Tücken, unerwarteter Überraschungen. Verrücktheiten treffen auf Abstruses, Irrwitziges auf Melancholisches. Aus alledem entspinnt sich diese Geschichte über eine Familie, die der Autor zwar in erzählerischer Distanz präsentiert und dennoch Nähe evoziert, weil es seine eigene Vita ist, die er offenbart. Provokant, ehrlich und humorvoll geht er auf die Geschehnisse der Vergangenheit ein und zeichnet trotz aller vemeintlichen Unstimmigkeiten ein Porträt voller Wärme und Feingefühl.

Ein weiterer Buch-Tipp aus dem dtv Verlag:

der ebenso einfühlsame Roman „In der Nacht hör’ ich die Sterne” von Paola Peretti

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