Wenn die Nacht erwacht: Dracula als Musicalerlebnis

Düstere Friedhofsstimmung liegt in der Luft, durchsetzt von durchdringendem Wolfsgeheul. Sobald die Zuschauerinnen und Zuschauer die „Motorworld“ in Köln betreten, scheint die Wirklichkeit mit einem Mal zu verschwimmen. Man ist sofort mittendrin in einer von tiefster Dunkelheit beherrschten Parallelwelt. Schatten tanzen über kaltes Gemäuer, ein Hauch von Ewigkeit weht durch die Halle; so jedenfalls suggeriert es die Fantasie. Mit jedem Schritt Richtung Bühne bekommen die Gäste etwas mehr Ahnung von der unheimlichen Faszination des Bösen, die sie erwartet – bis der Vorhang sich dann endlich hebt und die Nacht in ihrer furchteinflößenden Pracht erwacht.

Mit „Dracula“ feiert der Bestseller von Bram Stoker nun auch als Musical große Erfolge. CarpeGusta war in der Domstadt dabei und ließ sich ebenfalls mitreißen von der elektrisierenden Atmosphäre.

Eine schaurig-schöne Vampir-Lovestory

Das sich ankündigende Unheil ist bereits in der ersten Szene fühlbar, als Madame Mina sich von ihrem Verlobten Jonathan verabschiedet. Den zieht es ins ferne Transsilvanien, um dort ein Immobiliengeschäft abzuschließen mit einem nebulösen Grafen.

Die Trennung des Paares verheißt nichts Gutes. Sie wirkt wie ein Vorbote jener erschütternden Ereignisse, die schon bald unaufhaltsam ihren Lauf nehmen werden, und markiert gleichzeitig den Beginn der wohl schaurig-romantischsten Lovestorys der Weltliteratur: Der Fürst der Finsternis verliert sein Herz an die längst Vergebene und lässt nichts unversucht, um ihres zu erobern.

Eingebettet in eine opulent ausgestattete Kulisse im Stil des viktorianischen Londons tragen die beiden ihre Liebe nun fortan zur Schau. Jede Geste, jeder Blick lässt ihre Zerrissenheit spürbar werden, macht ihre sie zerfleischende Sehnsucht zu einem Symbol für Vergänglichkeit und verleiht der tragischen Geschichte eine wundervoll einnehmende Melancholie. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes melodiös. Die knisternden Gefühle des ungleichen Paares werden nämlich in leuchtende Klanggewänder gekleidet: emotionale Balladen und kraftvolle Rocksongs des amerikanischen Komponisten Frank Wildhorn.

Fazit: Eine Romanze, getragen von der Verletzlichkeit eines Vampires – er wagt alles und ist bereit, selbst den eigenen Tod in Kauf zu nehmen …

Termine:

Das Musical ist auf großer Deutschland-Tour und gastiert in nahezu allen großen Städten. Wegen der großen Nachfrage setzt das Musical die Shows auch 2027 fort.