CarpeGusta unterwegs im Land der 1000 Seen

Der Plan für diese Reportage lautete: zwei Wochen lang ganz ohne Drehbuch mit einem Wohnmobil – als Relax-Place – in den Osten Deutschlands. Die Rahmenbedingungen für dieses Experiment: nicht typisch touristisch unterwegs sein, Campingplätze lediglich zur Abwasserentsorgung ansteuern, keinerlei Vorabreservierungen, kein durchgetaktetes (Sightseeing-)Programm, stattdessen Natur, höchstens ein ganz klein wenig Kultur und dafür jede Menge Entschleunigung. Kurz gespoilert: Es hat wunderbar funktioniert. Neben historischen Altstädten fanden wir vor allem eines: echte Oasen, bilderbuchschön. Ja, Deutschland hat herrliche Fleckchen, die es zu erkunden lohnt. Dafür muss niemand erst stundenlang in einem engen Flugzeug ausharren. Eigentlich sollte das keine bahnbrechende neue Erkenntnis sein. Doch haben viele Menschen anscheinend vergessen, welche Schätze fast direkt vor ihrer Haustür auf sie warten.

Die CarpeGusta-Tour 2026 konzentrierte sich auf Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, rund um Mecklenburgische Seenplatte und die Uckermark. In den schier unendlichen Weiten der Wälder und Heiden im Land der 1000 Seen fanden wir dabei tatsächlich, wonach wir gesucht hatten: Ruhe und ein Gefühl von Freiheit abseits von Großstädten und Mainstream, manchmal sogar jenseits jeglicher Zivilisation – gleichzeitig dank Luxuscamper stets gut versorgt. Lassen Sie sich von unseren persönlichen Top-10-Highlights inspirieren:

Gransee

Die historische Altstadt von Gransee ist sehenswert, die Straßen für ein großes Wohnmobil gerade breit genug. Unbedingt das Luisendenkmal auf dem zentralen Schinkelplatz besuchen. Tipp: Ruhig mal durch die Wohnsiedlungen spazieren gehen und die abwechslungsreiche Architektur der kunterbunten Häuserfassaden auf sich wirken lassen! Besonderer Hingucker: die imposanten Herrenhäuser.

 

Carwitz

Carwitz, inmitten der Feldberger Seenlandschaft, gehört zum besonders idyllischen Teil der Mecklenburgischen Seenplatte. Sehenswert: die außergewöhnliche Dorfkirche mit urigem Interieur, die so gar nicht nach einer Kirche aussieht, in der aber regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Interessant auch: Gefühlt hinter jeder Baumreihe stehen Bienenstöcke; die Honigauswahl in der Region ist entsprechend groß.

 

Feldberg

Der Namensgeber der Feldberger Seenlandschaft liegt nur wenige Kilometer von Carwitz entfernt und ist bereits deutlich touristischer. Wunderschön: die Badebucht Voßkuhle – vor allem frühmorgens, wenn sie noch menschenleer ist – und das Panorama am Backofenberg, einem kleinen Hügel, auf dem die Einheimischen vor Jahrhunderten ihr Brot backten, nachdem sie damit in ihren eigenen Häusern oft Feuer ausgelöst hatten. Und: Feldberg nach Sonnenuntergang versprüht Romantic-Vibes. Unser absoluter Eyecatcher: der Luzinkanal. Er mutet regelrecht exotisch an.

 

Lychen

Lychen ist ein kleines Städtchen im Naturpark Uckermärkische Seen. Wir entdeckten es eher zufällig auf unserem Weg nach Templin. Ausflug-Tipp: Am besten mit einem der Mietflöße über den See fahren statt mit einem normalen Boot und danach einen Kaffee in der Alten Mühle genießen!

 

Templin

Nur knapp 16.000 Menschen leben in Templin. Dabei verfügt die Stadt über eine Fläche, die fast an die der Millionenstadt Köln heranreicht. Die Stadtmauer umschließt den kompletten historischen Ortskern. Unbedingt den Weg komplett abgehen! Tipp: ein kurzer Abstecher zu Haus Fichtengrund, in dem die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgewachsen ist. Das ehemals kirchliche Anwesen wird heute von einer Stiftung genutzt und kann daher nur von außen besichtigt werden. Die meisten Bilder im Internet zeigen es noch mit gelbem Anstrich. Also nicht irritieren lassen; es ist tatsächlich das blaue Haus!

 

Uckermärkischer Mythengarten

Libbesicke liegt mitten im Wald und ist Teil des Kulturprojekts der Uckermärkischen Mythengärten. Hier werden alte Sagen und Märchen naturnah und damit äußerst realistisch dargestellt. Der Weg dorthin ist arg holprig, also für normale Autos nur bedingt geeignet. Ohnehin lohnt es sich, zu Fuß zu kommen, um wirklich zu realisieren, wie versteckt das Dorf liegt – irgendwie wie ein Hexenhaus im Märchen!

 

Krakow am See

Neben See und historischer Altstadt ist Krakow auch für seine Alte Synagoge und die Sternenorte in unmittelbarer Nachbarschaft bekannt: Die sind bei Neumond so dunkel, dass man hier mit bloßem Auge bis zu 5000 Sterne sehen kann. Leider waren wir bei Vollmond in der Region, stellten aber am nächsten Tag fest, dass insbesondere der „Dr. Neubauer Blick“ auch im Sonnenschein immer eine Reise wert ist!

 

Plau am See

Plau glänzt mit jeder Menge Historie, See und Fluss. Aber Vorsicht: Für Wohnmobile sind die Straßen im Zentrum teilweise herausfordernd eng. Besser auf die kostenlosen Stellplätze ausweichen. Zu Fuß sind sie nicht einmal fünf Minuten entfernt. Traumhafter Ausblick: Seerosen auf der Elde. Hingucker mit Nostalgie-Faktor: die hydraulische Hubbrücke, der Leuchtturm und der Hafen.

 

Alt Schwerin

Alt Schwerin ist ein kleines, verschlafenes Städtchen gleich nebenan. Hier gibt es vor allem eines: geräucherten Fisch in allen erdenklichen Varianten und eine kleine versteckte Badebucht, in der man einfach mal die Ruhe genießen und die Seele baumeln lassen kann.

 

Malchow

Das Inselstädtchen Malchow wird über eine sehenswerte Drehbrücke mit dem Festland verbunden. Und im DDR-Museum mitten in der Altstadt wird deutsch-deutsche Geschichte wieder lebendig. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn man den Unrechtsstaat nicht selbst miterlebt hat!

 

Weitere Impressionen:

Christine und Denis Lütz, Inhaber des Caravan-Centers

Kooperationspartner

Um diese kreative, unorthodoxe Tour realisieren zu können, stellte uns das „Caravan-Center-Lütz“ aus St. Augustin bei Bonn kostenlos ein Wohnmobil zur Verfügung. Auf unsere Themenauswahl und die redaktionelle Gestaltung der Reportage nahm das Unternehmen natürlich keinen Einfluss.

Wir waren mit einem Sun Living S 75 SL unterwegs. Der 165-PS-Teilintegrierte ist fast siebeneinhalb Meter lang, bietet Platz für bis zu sechs Personen und hat faktisch alles an Bord, was man für ein Leben „draußen“ braucht: Einzelbetten, Sitzgruppe mit Fernsehen und Satellitenschüssel, Bad mit Dusche und WC, eine voll ausgestattete Küche mit großem Kühlschrank und Solaranlage auf dem Dach. In der Heckgarage kommt eine komplette Expeditionsausrüstung unter.

Einblicke in das „Caravan-Center-Lütz“ und die Vielfalt moderner Reisemobile bietet das folgende Video:

 

Tipp:

Lesen Sie auch unsere Reportage über den Relax-Place Wohnmobil.

Diesen Beitrag teilen: