Die leisen Schönheiten jenseits des Trubels: Can Picafort mit anderen Augen betrachtet

Can Picafort – für viele klingt das zunächst nach Massentourismus, überfüllten Straßen und dicht an dicht stehenden Liegen. Doch wer sich die Zeit nimmt und die Muße hat, die Stadt einmal mit ganz anderen Augen zu erleben, öffnet sich für die überraschenden Seiten des Ortes und nimmt dabei jene besonderen Ecken wahr, an denen Mallorca noch vollkommen entspannt wirkt. CarpeGusta zeigt genau diese leisen Schönheiten.

Von magischen Göttinnen und Feen …

Schlendern Entdeckerinnen und Entdecker die Promenade abseits des Trubels entlang, werden sie bereits rasch belohnt: mit einer Reihe beeindruckender bis zu drei Meter hohen Skulpturen aus Zement nämlich, die den Küstenort auf außergewöhnliche Weise prägen. Erwarten würde man sie hier nicht wirklich. Groß und gewaltig stehen sie teilweise direkt im Salzwasser, wirken wie stille Wächterinnen, die eine fast surreale, kunstvolle Atmosphäre erschaffen. Die faszinierenden Wahrzeichen sind Mittelpunkt der Freiluftausstellung „Puertos de Alga Marina“ (Häfen der Meeresalge) des mallorquinischen Künstlers Joan Bennàssar. Der erstellte 2016 die Statuen mal als Kopf, mal mit Körper, stehend, sitzend – und allesamt nackt! Göttinnen und Feen stellen sie dar, die sich in die Natur einfügen, mit ihr reden. Unterteilt hat er sie in vier Gruppen: Schatz (El Tesoro), Lust (El Deseo), Ritual (El Ritual) und Wunde (La Herida).

Tipp: Bei Sonnenuntergang sorgen die Kunstwerke für eine beinahe mystische Atmosphäre und entfalten ihre vollständige Wirkung.

Eins mit dem Meer

Je weiter man sich vom lebhaften Zentrum entfernt, desto beeindruckender wird auch die Landschaft. Schroffe Felsen und kleine wie unberührt wirkende Buchten schaffen eine Szenerie, die unendliche Weite vermittelt und Freiheit atmet. In den kleinen Oasen ist nur noch das Rauschen der Wellen zu hören; hier rückt der Alltag augenblicklich in weite Ferne. Plötzlich ist da nur noch Raum zum Innehalten und Loslassen.

Stadtauswärts stößt man ferner auf ein Relikt aus der Vergangenheit: einen Bunker aus den 1940er-Jahren. Die historische Sehenswürdigkeit diente einst als sogenanntes Maschinengewehrnest zur Verteidigung. Heute fungiert das verlassene Bauwerk als markanter Kontrast zur umliegenden Landschaft.

Empfehlung: Der späte Nachmittag eignet sich am besten, um die ausdrucksstärksten Impressionen einzufangen, nicht nur mit der Kamera!

Mediterranes Flair all inclusive

Was viele in ihrem Urlaub auf der Insel manchmal vergessen, ist der Blick aufs Wesentliche – etwas, das es weder in den vielen Souvenirshops zu kaufen noch bei irgendeiner Tour zu buchen gibt: das „All-inclusive-Mediterran-Flair“, und zwar für null Euro! Um in den Genuss zu kommen, gilt es, seine Sinne zu schärfen. Dann rückt das Naheliegende, das Elementare wieder in den Fokus. Ein gutes Beispiel dafür ist die landestypische Flora. Neben den allgegenwärtigen Palmen nämlich setzen prachtvolle Blumen wie Bougainvillea, Zistrosen und Strelitzien exotisch anmutende Akzente. Sie erblühen leuchtend in den unterschiedlichsten Nuancen und unterstreichen die Schönheit der Baleareninsel.

Doch nicht nur die Natur hält überall solche kleinen Eyecatcher bereit. Bei genauerer Betrachtung offenbart die Architektur des Ortes gleichsam einen ganz eigenen Charme. Es lohnt sich daher, unvoreingenommen durch die Gassen von Can Picafort zu schlendern, sich planlos treiben zu lassen und dabei die traditionell gestalteten Häuser mit den Natursteinfassaden auf sich wirken zu lassen. Zwischen all dem finden sich immer wieder interessante neue und inspirierende Details, die aus einem einfachen Spaziergang eine spannende Exkursion machen: zu alten Holztüren, deren verwitterte Oberflächen Geschichten aus längst vergangenen Zeiten zu erzählen scheinen, versteckten Innenhöfen, die sich hinter unscheinbaren Gemäuern verbergen und Straßen mit fantasievollen Mosaikbemalungen.

Kurzum: Unvergessliche Urlaubserinnerungen entstehen nicht zwingend durch spektakuläre Sehenswürdigkeiten oder die abgehetzte Jagd nach dem nächsten Programmpunkt, sondern dank eines einfachen aufmerksamen Blickes.

Hafenidylle mit Romantikfaktor

Für einen stimmungsvollen Ausklang des Tages darf zu guter Letzt ein Abstecher zum Hafen selbstredend nicht fehlen, am besten kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Während am Horizont nach und nach die letzten Sonnenstrahlen verschwinden, der Himmel sich langsam in sattes Dunkelblau verwandelt, flackern entlang des Boulevards unzählige Laternen mit Kerzen darin auf und lassen die maritime Kulisse in einem glanzvoll-romantischen Licht erscheinen.

Weitere Eindrücke aus Can Picaford sehen Sie in unserem Video:

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